Vom Müssen zum Lassen

Am 01.04.2022 fand die letzte Neumondkonstellation im Zeichen Widder vor der Jupiter-Neptun-Konjunktion im Zeichen Fische am 12.04.2022 statt. Damit ist der Impuls dieses Neumonds die treibende Kraft, welche sich im neuen Zyklus der Jupiter-Neptun-Konjunktion zum Ausdruck bringen möchte. Dadurch haben die Themen, welche im Zeichen Widder angelegt sind, einen großen Einfluss auf den kommenden Entwicklungsprozess, welche mit der Jupiter-Neptun-Konjunktion in uns angestoßen wird. In diesem Blogeintrag möchte ich einen kleinen Einblick geben, wie sich diese Themen zeigen können und welches Potenzial darin steckt. 

Das Zeichen Widder ist die Kraft allen Anfangs. Das Zeichen Fische ist die Auflösung eines jeden Endes. 

Wir erleben also aktuell eine maximale Schubkraft durch die geballte Widder-Energie und eine maximale Transzendenz durch die aktivierte Fische-Energie. 

Im persönlichen Erleben kann sich dies dadurch zeigen, dass es einen deutlichen inneren Druck gibt, Dinge nun voranzutreiben, Entscheidungen zu treffen und voranzukommen, Projekte anzugehen und neue Wege zu gehen. Es gibt deutliche und drängende innere Impulse, welche nicht mehr länger übergangen oder ignoriert werden können. 

In all dieser Aufbruchstimmung ist es notwendig, erst einmal innezuhalten, ohne in die Bewegungslosigkeit zu gehen. Das heißt, die aktuelle Initialzündung möchte genutzt werden, doch vorher braucht es die innere Ausrichtung. Der Weg, also die Verwirklichung der Ideen, entsteht, indem wir uns erst einmal auf das einlassen, was gerade da ist und wir beginnen, uns wirklich führen zu lassen. Dies setzt allerdings voraus, dass es ein tiefes Vertrauen in die eigene Schaffenskraft, also Triebnatur gibt. 

Unsere Lebenskraft ist ohne Antrieb, wenn der Trieb in uns unterdrückt wird. Wenn wir versuchen, unsere Impulse schnell mit unserem Willen zu formen oder mit Glaubenssätzen und Moral zu kontrollieren. Dann agieren wir nur noch aus dem Müssen und Wollen, jedoch nicht aus unserer Lebenslust und Leidenschaft. Unser angelegtes Potenzial wird dann nicht genutzt, sondern vielmehr benutzt. Dies führt in der Folge dazu, dass wir uns leer und unerfüllt fühlen. 

Im aktuellen Umbruch geht es für uns alle darum, dass wir beginnen, unseren eigenen Impulsen zu vertrauen. Nur, wenn wir eine gute Anbindung an unsere eigene Instinktnatur haben, können wir unterscheiden lernen zwischen echt und unecht. Dem, was wirklich wachsen lässt und dem, was uns zerstört. 

Wir wissen aus dem Bauch heraus, was uns zieht, wo es für uns lang gehen kann und was sich stimmig mit den eigenen Werten anfühlt. Das, womit wir uns in solchen Momenten immer wieder selbst im Weg stehen, ist, dass wir für die Umsetzung unserer Impulse vielmehr unser Wollen und Müssen einsetzen als uns dem Lassen und dem Beobachten zu öffnen. Diese Hingabe an uns selbst setzt voraus, dass wir vertrauen, dass neben unserem Lebenstrieb auch das Streben unserer Natur zum Licht da ist. Damit meine ich, dass der ganz eigene Rhythmus unserer Lebenskraft sich nach einer natürlichen Ordnung ausrichtet, welche verbunden ist mit dem, was uns umgibt. Also eingebettet ist in die natürlichen und kosmischen Zyklen. 

Um diese feinen Nuancen von Müssen und Lassen in unserer Impulskraft wahrzunehmen, braucht es unsere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Dies ist die Voraussetzung zur Fähigkeit, diese Kraft in uns zu halten und sie beobachtend bewegen zu lassen, ohne einzugreifen. Darin steckt das Lassen. Wenn wir etwas geschehen lassen, dann führt dies manchmal auch zur Enttäuschung. So, wie wir uns vorstellen, dass unsere Ideen umgesetzt werden sollen, entspricht vielleicht nicht dem, was tatsächlich möglich ist. Dann müssen wir korrigieren, etwas loslassen, oder neue Möglichkeiten finden. Uns führen lassen, ohne, dass bisherige Bemühungen umsonst gewesen wären. Vielmehr die Erkenntnis, dass jede Bewegung eine Erfahrung ist, die, wenn sie genommen wird, den nächsten Schritt hervorbringt. 

Vor dieser Gefahr, enttäuscht zu werden, wollen wir gerne flüchten. Die Idee in uns ist die, dass wir nur schnell genug sein müssten, damit wir diesem Prozess entkommen. In der Folge verlaufen wir uns immer mehr im Bestimmen, Fordern und Kämpfenmüssen. Das Lassen erscheint wie die maximale Bedrohung. Doch genau darum geht es aktuell. Dass wir uns dieser Ohnmacht, der Panik und der Ungewissheit in uns stellen, wenn wir beginnen, mehr zu lassen und weniger zu müssen. 

Es geht darum, dass wir lernen einzuwilligen, dass in jedem Anfang zugleich das Ende steckt. Damit ist jeder Versuch, vor der Auflösung flüchten zu wollen eine Illusion. Vielmehr ist der Weg der, dass wir uns immer wieder für das Nicht-Wissen entscheiden. Die Auflösung in jedem Schritt zulassen, um so vom Weg selbst geführt zu werden. Dann lassen wir uns auf das ein, was wirklich da ist. Wir erfahren unser Potenzial in der Begegnung mit der Realität und wachsen in der Hingabe an unsere Schaffenskraft über uns selbst hinaus. 

Das, so glaube ich, ist gemeint mit dem Zitat von Nostradamus’ Prophezeiung für die aktuelle Zeitepoche, welches der Astrologe Claude Weiß in seinem sehr interessanten Vortrag „Putins Krieg gegen die Ukraine“ beim Schweizer Astrologenverband (SAB) am 21.03.2022 zitiert hat: „Mars herrscht vor dieser Zeitenwende und danach“. Im ersten Moment wirkt diese Botschaft erschreckend. So steht doch Mars für die zerstörerische, kriegerische Energie in uns Menschen. Also werden wir nie frei von diesem Makel unseres Menschseins? Immer unserer Triebnatur ausgeliefert, die sich einfach nehmen will, wonach ihr gerade der Kopf steht? Also bist du nicht willig, dann nutz ich Gewalt? 

Meine Sicht ist die, dass es vielleicht darum gehen könnte, in uns selbst eine tiefe Transformation zuzulassen. Dass wir verantwortlich werden für das Tier in uns, diese unbändige Willensenergie. Und, dass wir diese Energie liebevoll an die Hand nehmen lernen. Somit die lebensspendende und immer wieder erneuernde Impuls- und Schöpfungskraft in uns schätzen und lieben lernen. Allerdings setzt dies voraus, dass wir immer wieder neu die Anstrengung auf uns nehmen und uns den Enttäuschungen in unserem Tun stellen. Diese innere Haltung wird notwendig sein, damit wir die kommenden Herausforderungen meistern und das ganze Potenzial in unserem Menschsein nutzen können. Also, dass wir nicht länger daran festhalten, dass der Wille unsere stärkste Kraft ist, sondern unser Mut, dass wir uns von tiefer Einsicht und Verbundenheit führen lassen, um so die 98,5 Prozent DNA Potenzial zu nutzen, welche im Verborgenen, dem Noch-nicht-Sichtbaren in uns liegen. 

Den ganzen Vortrag von Claude Weiß gibt es zu erwerben im Download im Astrodata Shop.

Wenn dich dieser Beitrag inspiriert hat, deine Triebnatur erkunden und die Motivation hinter deinem Wollen kennen lernen zu wollen, dann bist du herzlich eingeladen zum Online Workshop „Nimm das Tier an die Hand“ am 23.04.2022. Alle Informationen zum Workshop und Anmeldung findest du hier.

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